Geschichte

Geschichte

Die Anzahl der Migrant*innen in den neuen Bundesländern ist aus mehreren Gründen viel geringer als die in den alten Bundesländern. Zuwanderung findet in den ostdeutschen Bundesländern jedoch nach wie vor überwiegend durch Zuweisung statt. Es fehlen gezielte Anwerbemaßnahmen, die Anreize liefern, trotz fehlender Standortbedingungen in die ostdeutschen Flächenländer einzuwandern. Im Gegenteil sinkt der Anreiz zur Einwanderung bzw. zum dauerhaften Verbleib angesichts der vorhandenen und in letzter Zeit wieder stark zunehmenden Rassismus weiter. In Deutschland leben rund 10,6 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Davon sind max. 0,6 Millionen in den neuen Bundesländern daher wurde bis 2014 das Thema Migration nicht wirklich wahrgenommen. Da hat man mehr über Migrant*innen als mit Migrantinnen gesprochen und das Phänomen der „Ausländerfeindlichkeit ohne Ausländer“ ist auffällig sichtbar. Daher haben die Interessenvertretungen der ostdeutschen Migrant*innenorganisationen Themen auf der Agenda, die sich von denen der westdeutschen Bundesländer unterscheiden.

Bereits seit 1997 wurden verschiedene Treffen und Konferenzen der Landesgemeinschaften der Migrantenräte und Ausländerbeiräte aus den neuen Bundesländern durchgeführt. Ziel war unter anderem die Artikulierung der Interessen der Ostmigrantenräte, die Diskussion der besonderen Herausforderungen und Probleme, aber auch Potenziale der Migrant*innen in Ostdeutschland sowie die Koordinierung der Aktivitäten. Bei diesen Treffen haben sich mehrmals Vertreter der Migrantenräte aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen getroffen. Aufgrund fehlender Finanzmittel für Steuerung und Koordinierung konnte keine Vernetzung aus diesen Bemühungen entstehen.

Anfang 2018 hat sich ein Team aus Vertreterinnen aller ostdeutschen Landesnetzwerke der MO (kommissarischer Sprecherrat) gebildet, um die Gründung eines Dachverbandes für die Migrantinnenorganisationen in Ostdeutschland zu begleiten. Die Aufgabe des Dachverbandes wird die ostdeutschen Belange auf Bundesebene politisch zu repräsentieren und ostdeutsche Spezifika der Einwanderung zur Geltung zu bringen. Am 20. Oktober 2018 fand die erste Konferenz der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland in Berlin statt.  Der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)“ wurde offiziell gegründet. DaMOst bündelt die vorhandenen Potentiale der Migrant*innen unter einem Dach und kann auf diese Weise ein starkes Sprachrohr der in Ostdeutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund sein. DaMOst repräsentiert über 400 migrantische Organisationen und Einzelpersonen mit Migrationshintergrund in Ostdeutschland.